Planet CCC - Blogs and more around CCC, CCC-Hamburg and Attraktor

November 01, 2026

CCC Duesseldorf

Wochenrückblick (Woche 44/2026)

Diese Woche im Chaosdorf: Frederic, Jugger, Slushie-Singen.

Frederic

Mit viel Liebe (und noch mehr Schmiermittel) ist unser 3D-Drucker von Anycubic (auch bekannt als Frederic) jetzt wieder im Einsatz! Ein bisschen mehr Nachjustieren ist sicher noch notwendig, aber vielen Dank an alle, die bei der Fummelarbeit geholfen haben. Heißt: auch großen Druckaufträgen steht jetzt nichts mehr im Weg. Wie immer gilt, bitte lasst euch eine kurze Einweisung in die 3D-Drucker geben, bevor ihr sie das erste Mal nutzt.

Bild zeigt den Anycubic 3D-Drucker frontal während eines kleinen 3D-Drucks.

Jugger

„Jugger [ˈdʒʌɡə(r)] ist eine moderne Sportart, welche die Eigenschaften von Mannschaftssport mit Elementen verschiedener Individualsportarten wie Fechten oder Ringen miteinander verbindet.“ – so viel mal direkt von Wikipedia geklaut. Und dabei werden gerne auch „Pompfen“ – gut gepolsterte Sportgeräte, verwendet, z.B. in Form von Schilden.

Genug der Vorrede: diese Woche wurde von jcatnip ein Workshop zum bauen und basteln von Pompfen im Chaosdorf durchgeführt. Danke für die Vorbereitung!

Slushie-Singen

Und abgeschlossen haben wir die Woche am Samstag mit Karaoke in unserer Cave (relativ schalldicht, und das war auch notwendig 😉). Dazu Panscherei mit der Slushie-Maschine. Wir lernen: alkoholfreier Glühwein-Slush schmeckt zwar sauer, konnte aber trotzdem begeistern.

by cyaniccerulean at November 01, 2026 02:00 PM

Netzpolitik.org

Trugbild: Männer, die auf Frauen starren

Gemälde: Zwei Männer starren auf eine nackte Frau.Frauen sind nirgendwo sicher, auch nicht beim Baden – Gemeinfrei: Artemisia Gentileschi
Smartphones und Smartglasses bringen einen im Internet geformten Blick auf die Straße. Das erschwert die Bewegung im öffentlichen Raum.

by Vincent Först at November 01, 2026 10:23 AM

October 31, 2026

CCC Media

templateZV - Partizipatives Resilienzformat für zivile Verteidigung in Kommunen (fiffkon26)

Zivile Verteidigung ist eine gesamtstaatliche, aber kommunal umgesetzte Aufgabe – und hängt an der oft übersehenen digitalen Handlungsfähigkeit der Verwaltung, ohne die keines der vier Felder ziviler Verteidigung funktioniert. Aktuelle Zahlen zu Schwachstellen, Cybercrime und Ransomware-Angriffen belegen die Dringlichkeit, ohne dass daraus bislang systematisch Konsequenzen abgeleitet werden. Der Vortrag schlägt dafür ein partizipatives, dreiphasiges Dialogformat vor (Lagefeststellung, Risikobewertung, prototypische Umsetzung), das auf den Prinzipien Resilienz, Vigilanz und Bottom-up-Innovation beruht und Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft systematisch zusammenbringt. Die zugrunde liegende Haltung: Resilienz ist keine Ausnahmeaufgabe, sondern gelebte Daseinsvorsorge, die nur durch geübte Praxis, Evidenzbasierung, Subsidiarität und strukturelle Lernfähigkeit trägt – Vorbereitung statt Improvisation als Maßstab staatlicher Handlungsfähigkeit. Daraus resultieren Forderungen an Verwaltung, Gesetzgebung sowie Wissenschaft und Praxis, solche Formate zu verstetigen und in verbindliche Standards zu überführen. Zivile Verteidigung ist keine Aufgabe der Streitkräfte, sondern eine gesamtstaatliche Aufgabe, die operativ auf kommunaler Ebene entschieden wird – an einer meist unsichtbaren Voraussetzung: der digitalen Handlungsfähigkeit der Verwaltung. Die vier Felder ziviler Verteidigung – Sicherung der Staats- und Regierungsfunktionen, Zivilschutzplanung, Versorgung der Bevölkerung, Unterstützung der Streitkräfte – sind ohne funktionierende, sichere IT-Systeme nicht erfüllbar. Diese Abhängigkeit durchdringt alle vier Felder, wird aber selten explizit benannt. Aktuelle Lagedaten zeigen die Dringlichkeit: täglich 119 neue Software-Schwachstellen (+24 % ggü. Vorjahr), über 330.000 erfasste Cybercrime-Delikte und mehr als 1.000 angezeigte Ransomware-Angriffe pro Jahr, durchschnittlich zwei betroffene Kommunen pro Monat, knapp die Hälfte der KRITIS-Betreiber ohne funktionierendes System zur Angriffserkennung. Diese Zahlen sind gut belegt; ihre strategische Konsequenz für die zivile Verteidigung wird jedoch selten systematisch hergeleitet und noch seltener in tragfähige Strukturen übersetzt. Der Vortrag verbindet zwei Ebenen, die meist getrennt behandelt werden: den sicherheitspolitischen Rahmen ziviler Verteidigung und die Methodik, mit der sich kommunale Resilienz tatsächlich aufbauen lässt – nicht als einmaliges Projekt, sondern als lernfähiger, dauerhaft verankerter Prozess. Im Zentrum steht ein partizipatives, dreiphasiges Dialogformat, das drei Prinzipien folgt: Resilienz (robuste, anpassungsfähige Strukturen, die Störungen absorbieren und aus ihnen lernen), Vigilanz (kontinuierliche, systematische Früherkennung statt reaktivem Abwarten) und Bottom-up-Innovation (Einbindung zivilgesellschaftlicher, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Akteure statt rein administrativer Top-down-Planung). Organisiert nach einem Prinzip aus Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft, durchläuft das Format drei Phasen: eine offene Lagefeststellung (Bestandsaufnahme entlang der Dimensionen Infrastruktur, Cyberresilienz, organisationale Resilienz, gesellschaftliche Einbindung und regionale Vernetzung, moderiert in selbstorganisierten Formaten ohne vorab festgelegte Agenda), eine Risikobewertung mit Szenarioplanung (Cyberangriff, langanhaltender Stromausfall, Extremwetter, hybride Bedrohungslagen, bearbeitet in fokussierten Arbeitsgruppen mit dokumentierten Ergebnissen) und eine prototypische Umsetzung (Übungen, technische Sprints, Kampagnen zur Selbsthilfefähigkeit), begleitet von einem kontinuierlichen Gremium, das Handlungsoptionen validiert und in Entscheidungsvorlagen überführt. Der Vortrag vertritt dabei eine klare Haltung: Zivile Verteidigung ist Ausdruck demokratischer Daseinsvorsorge, keine Ausnahmeaufgabe für Krisenzeiten. Resilienz entsteht nicht durch Dokumente, sondern durch geübte, wiederholte Praxis. Sie ist nur dann belastbar, wenn sie evidenzbasiert, partizipativ und subsidiär gestaltet wird – mit Verantwortung dort, wo die Handlungsfähigkeit tatsächlich liegt, und mit struktureller Lernfähigkeit als Prinzip, nicht als Ausnahme. Vorbereitung, nicht Improvisation, ist der eigentliche Maßstab staatlicher wie kommunaler Handlungsfähigkeit. Zuhörende nehmen mit: ein anwendbares Analyse- und Methodenraster (Lagefeststellung, Risikobewertung, Prototyping; offene, selbstorganisierte Workshop-, Arbeitsgruppen- und Gremienformate) zum Aufbau kommunaler Resilienz; empirisch fundierte Referenzen für die eigene Arbeit; sowie ein Verständnis dafür, wie sich Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft strukturiert und wiederholbar zusammenbringen lassen, unabhängig von einem Einzelfall oder einer bestimmten Institution. Daraus lassen sich Forderungen ableiten: An die Verwaltungsebenen – Verstetigung solcher partizipativen Dialogformate als reguläres Instrument der Resilienzplanung statt Einzelprojekt. An die Gesetzgebung – Anschlussfähigkeit kommunaler Erkenntnisse an verbindliche Sicherheitsstandards. An Wissenschaft und Praxis gemeinsam – systematische Verzahnung von Bottom-up-Beteiligung und wissenschaftlicher Fundierung, damit aus Einzelinitiativen übertragbare Modelle werden. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/ZMNUDN/

Video:fiffkon26-78-deu-templateZV_-_Partizipatives_Resilienzformat_fuer_zivile_Verteidigung_in_Kommunen_sd.mp4

October 31, 2026 11:00 PM

Wege in den wehrhaften Journalismus (fiffkon26)

Das Erstarken vom Faschismus und der AfD stellt den Journalismus vor Herausforderungen. Zu meistern sind diese nur mit antifaschistischem Journalismus. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/8H7Q8D/

Video:fiffkon26-75-deu-Wege_in_den_wehrhaften_Journalismus_sd.mp4

October 31, 2026 11:00 PM

Flammender Aufbruch (fiffkon26)

Flammender Aufbruch Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/T39VWM/

Video:fiffkon26-105-deu-Flammender_Aufbruch_sd.mp4

October 31, 2026 11:00 PM

Netzpolitik.org

Datentausch und Strafverfolgung: Trump findet ersten EU-Partner zur Jagd auf Antifa-Gruppen

Marco Rubio und Anita Orban vor US- und Ungarn-Flaggen.Marco Rubio und Anita Orbán geben sich die Hand. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Agencia EFE
Washington und Budapest wollen Informationen über linke Gruppen austauschen und sie gemeinsam verfolgen. Im besonderen Fokus steht eine deutsche „Antifa Ost“. Die Bundesregierung bereitet unterdessen einen zweiten US-Gipfel zu „Linksextremismus“ in Deutschland vor.

by Matthias Monroy at October 31, 2026 03:09 PM

Verhaltensscanner in Berlin: Kreisverkehr der Kontrolle

Ein Matratzenlager, ein Mann in Tarnfleck-Jacke steht gebückt dahinter und ist von hinten zu sehen. Am Bildrand kommt ein Polizeitransporter angefahren.Der Mann im Bild pinkelt gerade. Sobald er sich wieder auf seine Matratze legt, muss die automatisierte Überwachung ihn erfassen. – CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org
Ein Lebensraum, 30 Kameras. Und eine Software, die permanent prüft, ob alle Anwesenden sich verhalten wie erwünscht. Am Kottbusser Tor in Berlin begann vergangene Woche die automatisierte Dauer-Überwachung. Wie verändert sie den Ort?

by Martin Schwarzbeck at October 31, 2026 10:56 AM

KW 44: Die Woche, als uns noch 200 Brandschutzhelfer*innen fehlten

– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski
Die 44. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 9 neue Texte mit insgesamt 74.470 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.

by Martin Schwarzbeck at October 31, 2026 07:36 AM

Transparenzbericht 3. Quartal 2026: Unsere Einnahmen und Ausgaben und Druck im Kessel

Gemälde von Claude Monet, das einen Zug in einem Bahnhof zeigt, dazwischen MenschenLa Gare Saint-Lazare, le train de Normandie (1877) – Gemeinfrei: Claude Monet
Auf dem politischen Druckanzeiger klettert der Zeiger stetig nach oben. Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Vor allem junge Menschen wollen eine Wende. Wir stehen an der Seite der Zivilgesellschaft und suchen 300 Brandschutzhelfer:innen.

by netzpolitik.org at October 31, 2026 07:34 AM

October 30, 2026

CCC Media

Digitale Zahlungsinfrastrukturen und die politische Ökonomie der Bezahlkarte für Asylsuchende in Deutschland (fiffkon26)

Der Beitrag untersucht die Bezahlkarte für Asylsuchende als digitale Zahlungsinfrastruktur und analysiert die Zusammenarbeit staatlicher Behörden mit globalen Zahlungsunternehmen. Er zeigt, wie finanzielle Infrastrukturen zu Instrumenten migrationspolitischer Kontrolle werden und erweitert Debatten über Digitalisierung und Autokratisierung um die politische Rolle globaler Zahlungsunternehmen. Debatten über digitale Macht und autoritäre Entwicklungen konzentrieren sich häufig auf Big-Tech-Unternehmen. Deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält die Rolle globaler Zahlungsunternehmen, obwohl sie zunehmend digitale Infrastrukturen bereitstellen, über die staatliche (autoritäre) Politik umgesetzt wird. Ein Beispiel hierfür ist die 2024 eingeführte Bezahlkarte für Asylsuchende in Deutschland. Sozialleistungen werden dabei nicht mehr auf reguläre Bankkonten, sondern auf eine Prepaid-Debitkarte überwiesen. Der Großteil dieser Karten wird von Secupay verwaltet und über Visa ausgegeben; weitere Bundesländer nutzen Mastercard oder andere private Anbieter. Mit der Bezahlkarte entstand damit eine exklusive digitale Zahlungsinfrastruktur für eine klar definierte Bevölkerungsgruppe, die gleichzeitig einen neuen Markt für private Zahlungsunternehmen eröffnet. Der Beitrag untersucht die neuen politökonomischen Arrangements, die aus der Zusammenarbeit staatlicher Behörden und privater Zahlungsunternehmen entstehen. Er fragt, welche Folgen die Auslagerung migrationspolitischer Maßnahmen an private Zahlungsunternehmen für die Gestaltung digitaler Zahlungsinfrastrukturen hat und wie sich staatliche Kontrolle dadurch verändert. Theoretisch knüpft der Beitrag an Arbeiten zur politischen Ökonomie von Zahlungsinfrastrukturen, zu Financial und Predatory Inclusion sowie zum Immigration Industrial Complex an. Ich argumentiere, dass globale Zahlungsunternehmen eine bislang wenig beachtete Erweiterung dieses Komplexes darstellen. Migration wird dadurch nicht nur zum Gegenstand staatlicher Kontrolle, sondern zugleich zu einem neuen Markt für Unternehmen, die digitale Kontroll- und Zahlungsinfrastrukturen entwickeln und betreiben. Empirisch basiert der Beitrag auf Interviews mit Nutzer*innen der Bezahlkarte, Sozialarbeiter*innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, mehr als 200 internen Dokumenten deutscher Ministerien und Verwaltungsbehörden sowie Vorträgen, Webinaren und Präsentationen der beteiligten Unternehmen. Die Analyse zeigt, dass die Bezahlkarte weit über die Funktion eines Zahlungsmittels hinausgeht. Die technische Ausgestaltung der Karte übersetzt migrationspolitische Zielsetzungen in konkrete Einschränkungen alltäglicher finanzieller Praktiken. Einschränkungen von Bargeld und Überweisungen, regionale Nutzungsbeschränkungen sowie Whitelists ermöglichen neue Formen der Kontrolle, Überwachung und Rationierung alltäglicher finanzieller Handlungen. Finanzielle Exklusion ist dabei kein Nebeneffekt, sondern ein zentrales Gestaltungsprinzip der Infrastruktur. Ich argumentiere, dass die Bezahlkarte als Containment Infrastructure verstanden werden kann: als digitale Infrastruktur, deren Funktion darin besteht, Mobilität, finanzielle Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe gezielt zu begrenzen. Der Fall zeigt, wie digitale Zahlungsinfrastrukturen genutzt werden, um migrationspolitische Kontrolle technisch zu organisieren und finanzielle Handlungsmöglichkeiten unterschiedlich zu verteilen. Er erweitert damit Debatten über Digitalisierung und Autokratisierung um die bislang wenig beachtete Rolle globaler Zahlungsunternehmen und macht sichtbar, wie sich der Immigration Industrial Complex gegenwärtig um digitale Zahlungsinfrastrukturen erweitert. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/VVLKNV/

Video:fiffkon26-86-deu-Digitale_Zahlungsinfrastrukturen_und_die_politische_Oekonomie_der_Bezahlkarte_fuer_Asylsuchende_in_Deutschland_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Autonomie, Autarkie, Ataraxie, Antipolitik - Anarchistische Organisierung im Wandel der Zeit - Erfahrungen, Analyse, Konzepte (fiffkon26)

In einem Vortrag (25 min) wollen wir unsere Erfahrungen mit analoger und digitaler anarchistischer Organisierung aus 35 Jahren anhand ausgewählter Beispiele reflektieren und damit die zugrundeliegenden Konzepte hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit einordnen. Anschließend wollen wir darüber auch in den Austausch kommen und Ansätze für Weiterentwicklungen diskutieren (20 min). Dabei möchten wir den Fokus unter Anderem darauf legen, wie sich analoge Organisierung mit der digitalen Entwicklung verändert hat und was sich daraus für den weiteren Digitalisierungprozess lernen lässt. Anarchistische Organisierung verknüpft eine große Vielfalt von Ansätzen und Methoden. Dabei ist insbesondere das konstruktive Wechselspiel von Theorie und Praxis von großer Bedeutung. Aus theoretischen Konzepten werden mehr oder weniger stringent praktische Methoden abgeleitet und diese dann rekursiv weiterentwickelt. Dafür ist es oft sinnvoll, anfangs keine allzu konkrete Zielvorstellung zu haben, um in der Praxis möglichst umfassende Mittel-Zweck-Kongruenz realisieren zu können. Unserer Meinung nach ist darüber auch ein enormes transformatives Potential vorhanden, da beobachtet werden kann, dass viele Menschen in bestimmten Situationen bzw. Kontexten im Widerspruch zur vorherrschenden Politik anarchistisch denken. Wie kann der momentane Kenntnisstand für eine umfangreichere Anarchisierung genutzt werden und wie können mit diesem Bewusstsein kollektiv resiliente Strukturen manifestiert werden, um nachhaltig ein gutes Leben in der Polykrise zu ermöglichen? Welche praktischen Organisierungskonzepte lassen sich - und wenn ja, wie - allgemeiner verbreiten? Wie schaffen wir es dem derzeitigen gesellschaftlichen Diskurs eine gut verständliche und plausible positive Zukunftserzählung entgegenzusetzen, die auf solidarischem Miteinander aufbaut und Unterschiede als Chance begreift? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen sind im fortschreitenden Kollaps zu erwarten und welchen Einfluß haben diese auf die Weiterentwicklung anarchistischer Organisierung? Wie können wir gut mit dem damit verbundenen emotionalen Stress (z. B. Ängste und Hoffnungsverlust) umgehen und Resilienz entwickeln? Wie steht uns unsere ansozialisierte Bequemlichkeit dabei im Weg? Was hilft uns in Zeiten zunehmend faschistoider Repression, um weiter arbeiten zu können und Gegenentwürfe anzubieten? Dazu wollen wir auch einige Erkenntnisse aus der Kollapsbewegung vorstellen und diskutieren. Wir hoffen, mit der Veranstaltung einige positive Denkimpulse, Inspiration und mehr Klarheit hinsichtlich strategischer Förderungen und Forderungen generieren zu können. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/XLXUA9/

Video:fiffkon26-84-deu-Autonomie_Autarkie_Ataraxie_Antipolitik_-_Anarchistische_Organisierung_im_Wandel_der_Zeit_-_Erfahrungen_Analyse_Konzepte_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Common Ground, Common Cloud – Community Data Center als Antwort auf Machtasymmetrien und Polykrise (fiffkon26)

Rechenzentren (RZ) sind das physische Rückgrat vieler digitaler Anwendungen. Sie stehen an der Schnittstelle von Digitalisierung, Energieversorgung, Klimawandel, globalen Lieferketten und Sicherheitspolitik (Edwards et al., 2024). An Rechenzentren werden die Dynamiken der Polykrise besonders deutlich: Energieengpässe verteuern den energieintensiven Betrieb und erschweren gleichzeitig Klimaschutzmaßnahmen. Steigende Temperaturen und zunehmende Hitzeperioden erhöhen den Kühlbedarf von Servern und damit auch den Strom- und Wasserverbrauch. Zudem konkurrieren große RZ mit ihrem hohen Energie- und Wasserbedarf direkt mit den Bedürfnissen lokaler Akteur:innen und der Zivilgesellschaft. Störungen globaler Lieferketten und Handelseinschränkungen durch geopolitische Konflikte wirken sich auf die Verfügbarkeit von Hardware und Ersatzteilen sowie auf Cyberrisiken aus. RZ sind Orte, an denen sich die Machtkonzentration einiger weniger Big-Tech-Unternehmen materialisiert (Brodie, 2023). Sie kontrollieren große Teile der digitalen Wertschöpfungskette, von Daten über Algorithmen und Plattformen bis hin zur Recheninfrastruktur. Technologien und damit verbundene konventionelle Infrastrukturansätze von Big-Tech-Unternehmen tragen zur Rationalisierung und Verfestigung bestehender Herrschaftsstrukturen bei (Weizenbaum, 1978). Dabei sind die gesellschaftlichen Kosten und Nutzen von RZ weitestgehend ungleich verteilt. Lokale Gemeinden und Bürger:innen tragen häufig die direkten Umweltfolgen (Rehak, 2024), während die finanziellen Gewinne bei den Unternehmen und steuerlich anderswo anfallen. International formieren sich zunehmend Proteste gegen den Ausbau großer RZ. Allein in den USA beteiligen sich mittlerweile fast eine halbe Million Menschen an Protesten gegen RZ. Aber auch andernorts wie beispielsweise in Marseille, Dublin, Aragón und Ceará organisieren sich Bürger:innen (Dachwitz und Vorkul 2026). Auch in Deutschland nimmt der Widerstand gegen geplante Rechenzentren zu. Der Fall Maintal verdeutlicht exemplarisch, dass sich die Konflikte nicht auf die Infrastruktur beschränken, sondern Fragen der Energieversorgung, Umweltbelastung, kommunaler Mitbestimmung und demokratischer Legitimation betreffen (Ronge 2026). Während viele Regierungen gerade erst den Regulierungsbedarf gegenüber RZ begreifen, haben sich über Jahre weltweit bereits diverse, gemeinschaftlich getragene RZ etabliert. Diese werden in diesem Beitrag unter dem Begriff Community Data Center (CDCe) zusammengefasst und als potenzielle Alternative zu den von Big-Tech-Unternehmen geprägten oligopolistischen Strukturen untersucht. Dennoch bleiben gemeinschaftlich getragene RZ bislang eine Nischenerscheinung und ihre Ausgestaltungsformen sind kaum systematisch erfasst. Daraus ergibt sich folgende Fragestellung für diesen Beitrag: Welche Gestaltungsmerkmale gemeinschaftlicher Rechenzentren lassen sich konzeptionell und empirisch identifizieren, und welche Potenziale und Grenzen weisen sie im Umgang mit den Dynamiken der Polykrise auf? Zur Beantwortung dieser Frage erfolgt die Analyse in zwei Schritten. Erstens wird ein Möglichkeitsraum der Gestaltungsmerkmale für CDCe konstruiert, der die Bandbreite möglicher Ausprägungen systematisch beschreibt. Dieser Möglichkeitsraum leitet sich aus der Analyse realer Fallbeispiele (wie WOBCOM, dem feministischen Serverkollektiv actinomy in Bremen, Dataport in Norddeutschland und der Genossenschaft GAD eG) sowie aus 34 idealtypischen CDCe-Modellen ab, die im Rahmen partizipativer Workshops mit 130 Menschen erarbeitet wurden. Zweitens evaluieren wir kritisch, ob und inwiefern CDCe den Auswirkungen und krisenverstärkenden Dynamiken der Polykrise in lokalen Gemeinschaften entgegenwirken können. Ziel des Beitrags ist die Entwicklung eines konzeptionellen Möglichkeitsraums gemeinschaftlicher Rechenzentren. Die resultierende Taxonomie schafft einen analytischen Rahmen, um unterschiedliche CDCe-Modelle hinsichtlich ihrer Potenziale und Grenzen im Umgang mit den Dynamiken der Polykrise systematisch zu vergleichen. Dadurch werden unterschiedliche Governance-, Eigentums- und Infrastrukturmodelle gemeinschaftlicher Rechenzentren sowie ihre jeweiligen Resilienzpotenziale systematisch vergleichbar gemacht. Zugleich macht sie sichtbar, unter welchen Bedingungen CDCe einen Beitrag zum Abbau bestehender Machtasymmetrien in der digitalen Infrastruktur leisten können. Literaturverzeichnis Brodie, P. (2023). Data infrastructure studies on an unequal planet. Big Data & Society, 10(1), 20539517231182402. https://doi.org/10.1177/20539517231182402 Edwards, D., Cooper, Z. G. T., & Hogan, M. (2025). The making of critical data center studies. Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologies, 31(2), 429–446. https://doi.org/10.1177/13548565231224157 Rehak, R. (2024, September 30). On the (im)possibility of sustainable artificial intelligence. Internet Policy Review. https://policyreview.info/articles/news/impossibility-sustainable-artificial-intelligence/1804 Ronge, M. (2026, May 11). Planänderung bei Rechenzentrum in Maintal. hessenschau.de. https://www.hessenschau.de/wirtschaft/rechenzentrum-in-maintal-proteste-bringen-projekt-ins-stocken-v2,maintal-rechenzentrum-gestoppt-100.html Vorkul, L., & Dachwitz, I. (2026). Rechenzentren sind Vampire: Wo sich lokaler Widerstand gegen den KI-Hype formiert. netzpolitik.org. https://netzpolitik.org/2026/rechenzentren-sind-vampire-wo-sich-lokaler-widerstand-gegen-den-ki-hype-formiert/ Weizenbaum, J. (2023). Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (16. Aufl., U. Rennert, Übers.). Suhrkamp. (Originalwerk erschienen 1976) Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/CCSB3D/

Video:fiffkon26-80-deu-Common_Ground_Common_Cloud_-_Community_Data_Center_als_Antwort_auf_Machtasymmetrien_und_Polykrise_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

FIfF-Jahresrückblick 2026 (fiffkon26)

FIfF-Jahresrückblick 2026 Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/JZD39K/

Video:fiffkon26-77-deu-FIfF-Jahresrueckblick_2026_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Verleihung Weizenbaum-Studienpreise (fiffkon26)

Verleihung Weizenbaum-Studienpreise Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/KPQ7L9/

Video:fiffkon26-76-deu-Verleihung_Weizenbaum-Studienpreise_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Small AI – Über die Vorteile kleiner IT-Systeme (fiffkon26)

Das Kernproblem von IT-Systemen und damit auch KI ist Größe bzw. Komplexität, aber es geht ja auch anders. In diesem Beitrag wird „Small AI“ als Denk- und Designansatz vorgestellt, mit dem wir dem aktuellen fatalen „Bigger is better“-Trend bei der Entwicklung (generativer) KI entgegenwirken können. Wir stellen verschiedene Dimensionen von „Small AI“ vor: zunächst im Hinblick auf die Größe der Modelle, da kleinere Modelle sowohl für das Training als auch für die Inferenz weniger Rechenressourcen benötigen und somit einen geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Wir erweitern die Bedeutung von „Kleinheit“ jedoch so, dass sie auch auf politische, epistemische und kulturelle Bereiche Anwendung findet. In diesem Sinne stellt „Small AI“ einen alternativen Leitgedanken für konviviale und postwachstumskompatible IT-Entwicklung dar, die sich auf low-tech und „small is beautiful“ (E. F. Schumacher) stützt. Der Beitrag möchte diejenigen, die mit bzw. für KI gestalten inspirieren und stellt „Small AI“ als einen reflektierten Technikpfad hin zu einer pluralen und lebenswerten Welt vor. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/TQCNGX/

Video:fiffkon26-73-deu-Small_AI_-_Ueber_die_Vorteile_kleiner_IT-Systeme_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Die materielle Kehrseite der Digitalisierung – und wie wir sie reparieren und vor Ort Reparaturinfrastruktur für alle und alles aufbauen (fiffkon26)

Jedes Smartphone, jedes Rechenzentrum, jede KI-Anwendung hat eine Kehrseite: Rohstoffe, Energie, Elektroschrott. Während „digitale Resilienz" meist als Frage von mehr Technologie verhandelt wird, schauen wir auf die Materialität und fragen, welche Infrastruktur es braucht, um da rauszukommen und danach, was Nachbarschaften in der Polykrise tatsächlich widerstandsfähig macht. Unsere These: kooperativ getragene, dezentrale Infrastrukturen der Reparatur, Wiederverwendung, Kreislaufwirtschaft als Grundversorgung, gerne rechtlich und kommunal dauerhaft verankert. Reparatur ist kein Nischenthema, sondern handfeste IT- und Ressourcenpolitik. Der Beitrag verbindet Forschung und Praxis: das RIFS Discussion Paper „Dare to Design for Disaster" (Mieulet/Jerchel 2026) und den Betrieb eines Reparatur- und Leihladens (Kreisler e.V.) in der Berliner Gropiusstadt. Reparatur, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft begreifen wir dabei nicht als Nischenthema, sondern als netz- und ressourcenpolitisches Handlungsfeld der Daseinsvorsorge. Im Zentrum steht die Frage, wie Multistakeholder-Arrangements – Public-Civic-Partnerships – Reparaturinfrastruktur tragfähig machen. Der Vergleich Frankreich/Deutschland zeigt, wie weit derselbe EU-Rechtsrahmen in der Umsetzung auseinanderlaufen kann: Frankreich verschränkt Herstellerverantwortung, öffentliche Hand und lokale Trägerstrukturen so, dass Reparatur tatsächlich in die Fläche kommt – getragen von vielen Schultern statt von einzelnen Initiativen. Genau hier liegt der Hebel: Wo Public-Civic-Partnerships die Verantwortung verteilen und dauerhafte Finanzierung ermöglichen, wird resiliente Low-Tech-Infrastruktur vor Ort verankert, gemeinsam getragen und andernorts replizierbar – als konkreter Weg in eine Circular Society. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/LSZRA7/

Video:fiffkon26-68-deu-Die_materielle_Kehrseite_der_Digitalisierung_-_und_wie_wir_sie_reparieren_und_vor_Ort_Reparaturinfrastruktur_fuer_alle_und_alles_aufbauen_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Live-Musik: Gabis Kleine Kneipe (fiffkon26)

Postmoderner Chanson und Gossenbossanova, mit Anklängen an die goldenen 20er, mit Texten aus dem depressiven frühen 21. Jahrhundert, wie Brecht und Ketamin. Während die damaligen Kommilitoninnen von der Kunsthochschule bereits epochale Werke und steile Karrieren hingelegt haben, hängen Gabi und Seba auch Jahre später immer noch in Kreuzberg in Gabis Kleiner Kneipe rum und basteln an ihren Scheiterbiografien. Als Duo treten sie überall dort in Erscheinung, wo sich Großstadtmelancholie mit dem Geruch von feuchten Kellern mischt, Einheimische mit Wahlberlinern, und Wodka mit Cola -- manchmal sogar auf einer Bühne. An Mikrofon und Gitarre sind die zwei dann ehrlich bemüht, ihre Auftritte zu einem würdevollen Ende zu bringen. In ihren Liedern geht es natürlich immer um die Liebe, aber auch um die Zukunft des Individualverkehrs, ungesundes Trinkverhalten in der Provinz, die kleinen Unglücke des Alltags und die Details einer gelungenen chemischen Abendgestaltung. Das klingt dann wie postmoderner Chanson und Gossenbossanova, mit Anklängen an die goldenen 20er, mit Texten aus dem depressiven frühen 21. Jahrhundert, wie Brecht und Ketamin. https://www.gabiskleinekneipe.de/ Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/E79N8F/

Video:fiffkon26-102-deu-Live-Musik_Gabis_Kleine_Kneipe_sd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Digitale Zahlungsinfrastrukturen und die politische Ökonomie der Bezahlkarte für Asylsuchende in Deutschland (fiffkon26)

Der Beitrag untersucht die Bezahlkarte für Asylsuchende als digitale Zahlungsinfrastruktur und analysiert die Zusammenarbeit staatlicher Behörden mit globalen Zahlungsunternehmen. Er zeigt, wie finanzielle Infrastrukturen zu Instrumenten migrationspolitischer Kontrolle werden und erweitert Debatten über Digitalisierung und Autokratisierung um die politische Rolle globaler Zahlungsunternehmen. Debatten über digitale Macht und autoritäre Entwicklungen konzentrieren sich häufig auf Big-Tech-Unternehmen. Deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält die Rolle globaler Zahlungsunternehmen, obwohl sie zunehmend digitale Infrastrukturen bereitstellen, über die staatliche (autoritäre) Politik umgesetzt wird. Ein Beispiel hierfür ist die 2024 eingeführte Bezahlkarte für Asylsuchende in Deutschland. Sozialleistungen werden dabei nicht mehr auf reguläre Bankkonten, sondern auf eine Prepaid-Debitkarte überwiesen. Der Großteil dieser Karten wird von Secupay verwaltet und über Visa ausgegeben; weitere Bundesländer nutzen Mastercard oder andere private Anbieter. Mit der Bezahlkarte entstand damit eine exklusive digitale Zahlungsinfrastruktur für eine klar definierte Bevölkerungsgruppe, die gleichzeitig einen neuen Markt für private Zahlungsunternehmen eröffnet. Der Beitrag untersucht die neuen politökonomischen Arrangements, die aus der Zusammenarbeit staatlicher Behörden und privater Zahlungsunternehmen entstehen. Er fragt, welche Folgen die Auslagerung migrationspolitischer Maßnahmen an private Zahlungsunternehmen für die Gestaltung digitaler Zahlungsinfrastrukturen hat und wie sich staatliche Kontrolle dadurch verändert. Theoretisch knüpft der Beitrag an Arbeiten zur politischen Ökonomie von Zahlungsinfrastrukturen, zu Financial und Predatory Inclusion sowie zum Immigration Industrial Complex an. Ich argumentiere, dass globale Zahlungsunternehmen eine bislang wenig beachtete Erweiterung dieses Komplexes darstellen. Migration wird dadurch nicht nur zum Gegenstand staatlicher Kontrolle, sondern zugleich zu einem neuen Markt für Unternehmen, die digitale Kontroll- und Zahlungsinfrastrukturen entwickeln und betreiben. Empirisch basiert der Beitrag auf Interviews mit Nutzer*innen der Bezahlkarte, Sozialarbeiter*innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, mehr als 200 internen Dokumenten deutscher Ministerien und Verwaltungsbehörden sowie Vorträgen, Webinaren und Präsentationen der beteiligten Unternehmen. Die Analyse zeigt, dass die Bezahlkarte weit über die Funktion eines Zahlungsmittels hinausgeht. Die technische Ausgestaltung der Karte übersetzt migrationspolitische Zielsetzungen in konkrete Einschränkungen alltäglicher finanzieller Praktiken. Einschränkungen von Bargeld und Überweisungen, regionale Nutzungsbeschränkungen sowie Whitelists ermöglichen neue Formen der Kontrolle, Überwachung und Rationierung alltäglicher finanzieller Handlungen. Finanzielle Exklusion ist dabei kein Nebeneffekt, sondern ein zentrales Gestaltungsprinzip der Infrastruktur. Ich argumentiere, dass die Bezahlkarte als Containment Infrastructure verstanden werden kann: als digitale Infrastruktur, deren Funktion darin besteht, Mobilität, finanzielle Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe gezielt zu begrenzen. Der Fall zeigt, wie digitale Zahlungsinfrastrukturen genutzt werden, um migrationspolitische Kontrolle technisch zu organisieren und finanzielle Handlungsmöglichkeiten unterschiedlich zu verteilen. Er erweitert damit Debatten über Digitalisierung und Autokratisierung um die bislang wenig beachtete Rolle globaler Zahlungsunternehmen und macht sichtbar, wie sich der Immigration Industrial Complex gegenwärtig um digitale Zahlungsinfrastrukturen erweitert. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/VVLKNV/

Video:fiffkon26-86-deu-Digitale_Zahlungsinfrastrukturen_und_die_politische_Oekonomie_der_Bezahlkarte_fuer_Asylsuchende_in_Deutschland_hd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Die materielle Kehrseite der Digitalisierung – und wie wir sie reparieren und vor Ort Reparaturinfrastruktur für alle und alles aufbauen (fiffkon26)

Jedes Smartphone, jedes Rechenzentrum, jede KI-Anwendung hat eine Kehrseite: Rohstoffe, Energie, Elektroschrott. Während „digitale Resilienz" meist als Frage von mehr Technologie verhandelt wird, schauen wir auf die Materialität und fragen, welche Infrastruktur es braucht, um da rauszukommen und danach, was Nachbarschaften in der Polykrise tatsächlich widerstandsfähig macht. Unsere These: kooperativ getragene, dezentrale Infrastrukturen der Reparatur, Wiederverwendung, Kreislaufwirtschaft als Grundversorgung, gerne rechtlich und kommunal dauerhaft verankert. Reparatur ist kein Nischenthema, sondern handfeste IT- und Ressourcenpolitik. Der Beitrag verbindet Forschung und Praxis: das RIFS Discussion Paper „Dare to Design for Disaster" (Mieulet/Jerchel 2026) und den Betrieb eines Reparatur- und Leihladens (Kreisler e.V.) in der Berliner Gropiusstadt. Reparatur, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft begreifen wir dabei nicht als Nischenthema, sondern als netz- und ressourcenpolitisches Handlungsfeld der Daseinsvorsorge. Im Zentrum steht die Frage, wie Multistakeholder-Arrangements – Public-Civic-Partnerships – Reparaturinfrastruktur tragfähig machen. Der Vergleich Frankreich/Deutschland zeigt, wie weit derselbe EU-Rechtsrahmen in der Umsetzung auseinanderlaufen kann: Frankreich verschränkt Herstellerverantwortung, öffentliche Hand und lokale Trägerstrukturen so, dass Reparatur tatsächlich in die Fläche kommt – getragen von vielen Schultern statt von einzelnen Initiativen. Genau hier liegt der Hebel: Wo Public-Civic-Partnerships die Verantwortung verteilen und dauerhafte Finanzierung ermöglichen, wird resiliente Low-Tech-Infrastruktur vor Ort verankert, gemeinsam getragen und andernorts replizierbar – als konkreter Weg in eine Circular Society. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/LSZRA7/

Video:fiffkon26-68-deu-Die_materielle_Kehrseite_der_Digitalisierung_-_und_wie_wir_sie_reparieren_und_vor_Ort_Reparaturinfrastruktur_fuer_alle_und_alles_aufbauen_hd.mp4

October 30, 2026 11:00 PM

Metalab

CCC Duesseldorf

Themenmonat „DNS“ im November

Nach dem mehrere Fragen aufkamen, und einige von uns damit basteln, wollen wir im November einige Vorträge und Workshops rund um das Thema DNS machen. DNS steht für Domain Name System und sorgt dafür, dass aus chaosdorf.de eine IP-Adresse wird. Im Internet wird eigentlich nur mit IP-Adressen kommuniziert, daher wird jede Domain wie chaosdorf.de, tagesschau.de oder de.wikipedia.org durch das DNS zu den IP-Adressen ihrer jeweiligen Server aufgelöst.

Der Stammtisch Selfhosting (SSH) findet wie üblich am 1. Montag und somit am 02.11. um 19:30 Uhr statt. Der SSH findet nun im Seminarraum statt, um eine ruhigere Austausch-Atmosphäre zu schaffen abseits des Trubels im Hackcenter. Es wird einen Impuls-Vortrag dazu geben, wie DNS funktioniert und wie ihr eure DNS-Zonen für eure eigene Domains besser managen könnt.

Der Digital Independence Day findet im November eine Woche später als üblich statt, am Sonntag, den 08.11.2026, um 13 Uhr. Hierbei schauen wir uns an, wie wir mit DNS-Servern und v.a. DNS-Adblockern Werbung und Überwachung verhindern können. Viele Geräte überwachen uns durch Werbung und Tracker. Bspw. wurde kürzlich aufgedeckt, dass LG alles beobachtet, was auf Fernsehern angeschaut wird, und auch die Mikros freizügig nutzt, um uns mit Audio zu überwachen. Mit DNS-Adblockern können wir sowohl Werbung als auch solche Überwachung behindern (wenn auch nicht zu 100% verhindern, aber es wirkt Wunder).

Beim Freitagsfoo am 20.11.2026 wird es einen Kurzvortrag „Auch *du* kannst DNS“, bei dem DNS-Records sehr einfach verständlich erklärt werden, und wir uns anschauen, wie du mit Hilfe von AdGuard Home (oder Pi-Hole) Werbung blockieren kannst.

Wenn du Lust hast, auch zum Themenmonat „DNS“ beizutragen, melde dich bei Haris oder mach einfach einen spontanen Vortrag bei einem der Freitagsfoos (ob im November oder außerhalb).

by Haris at October 30, 2026 12:27 PM

Netzpolitik.org

„Grenzpartnerschaft“: Auch der EU-Datenschützer rügt geplantes Polizeiabkommen mit den USA

Das Symbolbild zeigt unter anderem einen Reisepass, eine US-Flagge und eine US-Dollarnote.Die US-Regierung will vor allem Zugriff auf Daten von Reisenden. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO/ Marc Bremer; Bearbeitung: netzpolitik.org
Der Europäische Datenschutzbeauftragte fordert schärfere Grenzen für einen Austausch von heiklen Polizeidaten mit US-Behörden. Die Bundesregierung hält ihre Verhandlungen dazu sogar im Parlament geheim.

by Matthias Monroy at October 30, 2026 10:48 AM

October 29, 2026

CCC Media

Begrüßungsworte (fiffkon26)

Willkommen im Delphi Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/MTDSY7/

Video:fiffkon26-99-deu-Begruessungsworte_sd.mp4

October 29, 2026 11:00 PM

Keynote: Wohin, Künstliche Intelligenz? (fiffkon26)

Dieser Vortrag versteht sich als Einladung und Ermutigung, sich zu engagieren und je nach fachlichem Blickwinkel Beiträge zu leisten, die in der Gesamtheit zu einer stimmigen Vision für die Zukunft führen und sich als Grundlage für weitere Aktionen eignen. Die Lage ist widersprüchlich: Immer mehr Einzelpersonen sind fasziniert von den bewundernswerten Leistungen von Künstlicher Intelligenz, Institutionen jeglicher Art stellen sich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz um. Zugleich häufen sich erschreckende Nachrichten – von den Konsequenzen für menschliche Kompetenz und Kreativität, von der Unterminierung von menschlichen Entscheidungsprozessen und Verantwortung, von neuartigen, durch KI ermöglichten Herrschaftsformen, vom unerhörten Ressourcenverbrauch der Technologie und von der allgemeinen Bedrohung durch quasi-autonome KI-Systeme. Die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung, die ungeheure Präsenz von Geld und Macht sowie die Uneinsichtigkeit von Teilen der Politik führen bei vielen zu einem Gefühl von Ohnmacht und Resignation. In dieser Lage sind alle Professionellen im Umfeld der Informationstechnik dringend aufgerufen, sich in der Diskussion um KI zu engagieren, die Technnologie für Außenstehende verständlich zu machen und Kriterien für ihren Einsatz zu entwickeln. Dabei muss klar sein: KI ist nicht gleich KI. Die Eigenschaften von herkömmlichen „kleinen“ KI-Systemen unterscheiden sich wesentlich von den aktuellen _Large Language Models (LLMs)_, die hier im Fokus stehen. _Menschenzentrierte Künstliche Intelligenz_ (human centric AI) steht für die Hoffnung, die Belange der Menschheit in den Mittelpunkt zu stellen. Dem liegt ein Menschenbild zugrunde, bei dem der Mensch nicht isoliert betrachtet wird, sondern integriert in seiner Umwelt mit allen Lebewesen. KI-Systeme sollen dazu dienen, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und unsere Lebensmöglichkeiten zu entfalten. Das betrifft Technikentwicklung und -nutzung. Die Frage ist nicht nur: „Was kann KI?“, sondern vor allem: „Wozu wollen wir KI nutzen?“ und „Wo setzen wir für KI Grenzen?“. Menschenzentrierte KI findet sich zur Zeit in Ansätzen in Philosophie, Sozialwissenschaften und Politik. Die Herausforderung ist, sie zu konkretisieren und als Grundlage für Technikentwicklung und -einsatz als _menschenzentrierte Systementwicklung_ methodisch umzusetzen. Das erfordert eine Erneuerung und Weiterentwicklung der Ansätze zur menschenzentrierten Systementwicklung der 80er und 90er Jahre. Während damals der Fokus auf sinnvolle Einbettung von Softwaresystemen in Arbeits- und Kommunikationsprozesse lag, geht es heute um den Schutz von menschlichen Belangen insgesamt. Dazu ist eine neue Wertediskussion notwendig, die geeignet ist, sich über Differenzen von Ethnien, Religionen, Ideologien und Weltanschauungen hinweg zu verständigen. Ausgangspunkte dafür sind Wertvorstellungen wie _Nachhaltigkeit_ und _Resilienz_, die heute immer stärker auch für die Gestaltung und den Einsatz von IT-Systemen Bedeutung gewinnen. Der Schlüsselbegriff, um die Überlebensbelange von Menschen im Zusammenhang mit Technikentwicklung und -Einsatz zu thematisieren, ist die _Konvivialität_. Dieser Vortrag versteht sich als Einladung und Ermutigung, sich zu engagieren und je nach fachlichem Blickwinkel Beiträge zu leisten, die in der Gesamtheit zu einer stimmigen Vision für die Zukunft führen und sich als Grundlage für weitere Aktionen eignen. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/BCBSVL/

Video:fiffkon26-89-deu-Keynote_Wohin_Kuenstliche_Intelligenz_Wege_finden_in_der_Polykrise_sd.mp4

October 29, 2026 11:00 PM

Keynote: Jetzt einsatzbereit – Was sich an digitaler Dauerbeobachtung zusammenbraut (fiffkon26)

Während alle noch über die Tech-Bros und ihre Super-Intelligenzen reden und sich ansonsten die Wunden der letzten Krise lecken, ist eine ziemlich geräuschlose digitale Aufrüstungsrunde bei deutschen Polizeien und Geheimdiensten im Gange, die ihresgleichen sucht. Die Bundesländer verordneten ihren Polizeien die Erlaubnis für automatisierte Datenanalysen, Verhaltensscanner, biometrische Fernidentifizierung und natürlich noch mehr Staatstrojaner. Ein erstaunlicher Ausbau der Geheimdienste des Bundes steht an, und der Hackback ist auch fast schon beschlossene Sache. Darüber müssen wir reden. Constanze Kurz ist im Beirat des FIfF. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/ZNSRHC/

Video:fiffkon26-100-deu-Keynote_Jetzt_einsatzbereit_-_Was_sich_an_digitaler_Dauerbeobachtung_zusammenbraut_sd.mp4

October 29, 2026 11:00 PM

Cyberpeace-Slam (fiffkon26)

Cyberpeace ist die Gegenposition zu Cyberkrieg und zur Digitalisierung des Kriegs überhaupt, Verschiedene Aspekte der Problematik werden im einstündigen Cyberpeace-Slam beleuchtet, der aus 3 Kurzvorträgen von je 7 Minuten besteht plus Diskussion. Cyberpeace ist im engeren Sinne die Gegenposition zu allem, was unter Cyberkrieg subsumiert wird: Spionage, Sabotage, Propaganda, Desinformation, Destabilisierung und Terror mit den Mitteln der Digitalisierung und seit Neuestem der Künstlichen Intelligenz. Einzelne Cyberattacken können schon große Schäden anrichten. Im großen Maßstab und im Verbund mit Killerdrohnen oder selbst auch mit traditionellen Waffensystemen bilden sie eine besonders perfide Art der Kriegsführung. Die Forderung dagegen lautet kein Cyberkrieg, keine Digitalisierung des Kriegs, kein Krieg, sondern eine friedliche und für alle Menschen lebenswerte Welt. Cyberpeace umfasst deshalb auch den Weg zum Frieden im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung. Verschiedene Aspekte der Problematik werden im einstündigen Cyberpeace-Slam beleuchtet, der aus drei zugespitzten, unterhaltsam gestalteten und gern auch provokativen Kurzvorträgen von je 7 Minuten besteht plus etwa 30 Minuten Zeit für Diskussion. ## Die Protagonist:innen und Vorträge ## **Jennifer Menninger – Killerroboter stoppen. Zum Stand der Regulierung von autonomen Waffen** Die internationale Gemeinschaft steht vor der Chance, in diesem Jahr Verhandlungen über einen rechtlich verbindlichen Vertrag zu autonomen Waffensystemen zu beginnen. Wo steht dieser Prozess aktuell? Welche Positionen blockieren Fortschritte, und wie können wir politischen Druck aufbauen, um eine internationale Regulierung zu erreichen? **Marieke Petersen und Wiebke Dönnebrink – Hackt kaputt, was euch kaputt macht?** Stell dir vor, du findest eine Software-Schwachstelle, meldest sie und eine Woche später steht die Polizei vor der Tür. Laptop, Telefon, smarter Kühlschrank und Raspberry Pi: beschlagnahmt. Willkommen bei Spaß mit §202c. In anderen Staaten in der EU ist ethisches Hacken bereits legal, in Deutschland wird das Thema auf die lange (Regierungs-)Bank geschoben. Wir (Gesellschaft für Informatik, LOAD und andere) haben daher Vorschläge entwickelt, wie ein reformiertes Computerstrafrecht aussehen kann, und wollen diese mit euch diskutieren. **Rainer Rehak – Schrödingers KI mit Todesfolge** KI-Systeme finden zunehmend Einsatz in bewaffneten Konflikten, etwa zur Zielauswahl im Gaza-Genozid durch Israel. Einerseits wird dann von hochmodernen „gezielten Tötungen“ oder „Präzisionsschlägen“ gesprochen, andererseits von ungenauen statistischen Blackbox-Systemen. Allerdings kann nicht beides gleichzeitig richtig sein – genau und ungenau. Der Kurzvortrag erläutert, wie der „KI“-Begriff offenbar strategisch mehrdeutig verwendet wird, um den KI-Einsatz einerseits zu rechtfertigen (Genauigkeit) und andererseits zivile Opfer als Ausnahmen und Fehler zu behandeln (Ungenauigkeit). Moderation: Hans-Jörg Kreowski und Margita Zallmann Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/VPNNTF/

Video:fiffkon26-70-deu-Cyberpeace-Slam_hd.mp4

October 29, 2026 11:00 PM

Keynote: Jetzt einsatzbereit – Was sich an digitaler Dauerbeobachtung zusammenbraut (fiffkon26)

Während alle noch über die Tech-Bros und ihre Super-Intelligenzen reden und sich ansonsten die Wunden der letzten Krise lecken, ist eine ziemlich geräuschlose digitale Aufrüstungsrunde bei deutschen Polizeien und Geheimdiensten im Gange, die ihresgleichen sucht. Die Bundesländer verordneten ihren Polizeien die Erlaubnis für automatisierte Datenanalysen, Verhaltensscanner, biometrische Fernidentifizierung und natürlich noch mehr Staatstrojaner. Ein erstaunlicher Ausbau der Geheimdienste des Bundes steht an, und der Hackback ist auch fast schon beschlossene Sache. Darüber müssen wir reden. Constanze Kurz ist im Beirat des FIfF. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ about this event: https://fahrplan.2026.fiffkon.de/fiffkon26/talk/ZNSRHC/

Video:fiffkon26-100-deu-Keynote_Jetzt_einsatzbereit_-_Was_sich_an_digitaler_Dauerbeobachtung_zusammenbraut_hd.mp4

October 29, 2026 11:00 PM

Netzpolitik.org

Volksentscheid: Tech-Milliardäre mobilisieren gegen kalifornische Reichensteuer

Sergey Brin bei einem VortragGoogle-Mitgründer Sergey Brin steht an der Spitze im Kampf gegen eine Reichensteuer in Kalifornien. (Archivbild) – Alle Rechte vorbehalten: AFLO
Kalifornien stimmt nächste Woche über eine Reichensteuer ab. Erstmals könnten Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar mit einer einmaligen Abgabe belegt werden. Dagegen mobilisieren betroffene Superreiche, viele davon aus dem Silicon Valley.

by Tomas Rudl at October 29, 2026 04:05 PM

Folgenabschätzung zum Kids Act: EU-Kommission spielt Gefahren für Grundrechte herunter

Ein Bauarbeit mit Helm und Warnweste blickt durch ein Nivelliergerät.Eine Folgenabschätzung soll kommende Regulierung genau vermessen. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO/wolterfoto, Bearbeitung: netzpolitik.org
Mit dem Kids Act plant die EU-Kommission flächendeckende Alterskontrollen im Netz. Eine Folgenabschätzung soll Bedenken zerstreuen. Das rund 80-seitige Papier redet Gefahren klein, blendet Kritik aus und ignoriert mildere Mittel. Die Analyse.

by Sebastian Meineck at October 29, 2026 02:53 PM

CCC Dresden

Themenabend: Pfaffbert

Datum
Sonntag, 8. November 2026 um 11:00 Uhr
Ort
HQ, /proc, Zentralwerk, Riesaer Straße 32, 01127 Dresden
Datum
Mittwoch, 2. Dezember 2026 um 19:00 Uhr
Ort
HQ, /proc, Zentralwerk, Riesaer Straße 32, 01127 Dresden

Eine kleine Einführung wie unsere Stickmaschine Pfaffbert bedient wird.

Alle kohlenstoff-basierten Wesen dürfen sich gerne eingeladen fühlen.

An beiden Terminen findet der selbe Inhalt statt.

by CCC Dresden (mail@c3d2.de) at October 29, 2026 09:00 AM

October 28, 2026

CCC Dresden

Themenabend: Linux auf Smartphones mainlinen

Datum
Mittwoch, 25. November 2026 um 19:00 Uhr
Ort
HQ, /proc, Zentralwerk, Riesaer Straße 32, 01127 Dresden

Anschließend an meinen Talk auf den Datenspuren gibt es diesen Termin um mainlining mal auszuprobieren.

An diesem Abend könnt ihr:

  • Handys mitbringen um Linux darauf zu installieren
  • Treiber schreiben und dabei voneinander lernen
  • Device-Trees schreiben

Wenn das für euch interessant klingt dann kommt vorbei und macht mit!

by CCC Dresden (mail@c3d2.de) at October 28, 2026 10:00 PM

Netzpolitik.org

EU-Kommission: Frontex soll zur Abschiebeagentur werden

Mensch mit hellblauer Frontex-Weste von hinten fotografiertFrontex soll mehr Macht und mehr Personal bekommen. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / ANP
Mit zwei Gesetzentwürfen will die EU-Kommission die Grenzagentur Frontex zur zentralen Abschiebeagentur aufrüsten. Dabei spielt auch Social-Media-Monitoring eine Rolle. Ein EU-Abgeordneter warnt, dass Frontex damit zu einer europäischen Version der US-Deportationspolizei ICE werden könnte.

by Anna Biselli at October 28, 2026 11:22 AM

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Gewonnen mit und trotz Internet

Lula mit Janones auf einem ArchivbildDer wiedergewählte brasilianische Präsident Lula mit seinem digitalen Einflüsterer André Janones. (Archivbild) – Alle Rechte vorbehalten: Foto: Fotoarena / Bearbeitung: netzpolitik.org
Brasiliens Linke hat in sozialen Medien traditionell einen schweren Stand. Trotz des Gegenwinds gelang Präsident Lula die Wiederwahl. Dazu hat entscheidend eine Online-Kampagne beigetragen, die auf Mobilisierung vor Ort gesetzt hat.

by Tomas Rudl at October 28, 2026 08:51 AM

CCC Hamburg

Kein DIDAY im November im CCCHH

Leider können wir für den 1. November keinen DIDAY im CCC Hansestadt Hamburg anbieten. Wir sind am 6.12. wieder am Start!

by stb at October 28, 2026 07:47 AM

October 27, 2026

Metalab

MetaFest11 placeholder (2027-01-22 18:00:00)

MetaFest11 placeholder (2027-01-22 18:00:00)

October 27, 2026 09:00 PM

MetaFest11 placeholder (2027-01-15 18:00:00)

MetaFest11 placeholder (2027-01-15 18:00:00)

October 27, 2026 09:00 PM

Netzpolitik.org

Account-Sperren auf Instagram und Facebook: Metas Willkür unterworfen

Wer auf Instagram oder Facebook gesperrt wird, verliert Reichweite und Sichtbarkeit. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Iqro Rinaldi
Meta sperrt Konten von Organisationen und Einzelpersonen, ohne eine klare Begründung zu geben. Weil die Sperrungen oft queere und progressive Konten treffen, werfen Kritiker:innen Meta Zensur vor.

by Anna Ströbele Romero at October 27, 2026 02:36 PM

October 26, 2026

Metalab

Alt werden alle- Luki hat(te) Geburtstag (2027-01-30 12:00:00)

Alt werden alle- Luki hat(te) Geburtstag (2027-01-30 12:00:00)

October 26, 2026 12:00 PM

Netzpolitik.org

"Mein Bildungsraum": Millionengrab für eine digitale Zeugnismappe

Grabstein mit der Aufschrift "memento mori"Ohne Aufsehen endete des Projekts "Mein Bildungsraum" (Symbolbild) – CC-BY-SA 4.0: Grabsteindetail Granary-Friedhof Boston: Wikimedia Commons / Rhododendrites; Bearbeitung: netzpolitik.org
Die Bundesregierung hat das digitale Großprojekt „Mein Bildungsraum“ begraben. Von dem Versprechen, lebenslanges Lernen zu fördern, ist nurmehr eine digitale Zeugnismappe geblieben. Die Gründe für das Scheitern lassen sich benennen. Ein Kommentar.

by Esther Menhard at October 26, 2026 10:46 AM

October 25, 2026

CCC Duesseldorf

Wochenrückblick (Woche 43/2026)

Diese Woche im Chaosdorf? Dies! Das! Ananas!

Dies!

Wieder eine Woche rum, wieder eine Woche näher am 40C3! Da die Voucher-Phase begonnen hat, wurde im Dorf wieder kräftig gelost, diesmal mit selbst gedruckter Bingo-Trommel inklusive Kugeln. Jetzt mit durchgewürfelter Reihenfolge sind bald alle mit Tickets ausgestattet.

Bingo-Trommel, die in einer Animation gedreht wird.

Das!

Vielen Dank auch an die Orga des NixOS Workshops. Der Samstag war im Dorf gut besucht, mit Nix Installs in VMs, auf Servern, und direkt auf einem Laptop.

Ananas! Kürbis!

Schließlich gab’s auch kulinarisch wieder beste Versorgung am Freitags-Foo, vielen lieben Dank für die Kürbis-Suppe!

by cyaniccerulean at October 25, 2026 02:00 PM

Metalab

Do-It-Blind (DIB) (2026-11-16 16:00:00)

Do-It-Blind (DIB) (2026-11-16 16:00:00)

October 25, 2026 01:00 PM

Netzpolitik.org

Breakpoint: Verboten emanzipatorisch?

Monument à la République mit gelber Weste und RauchwolkenDas Monument à la République in Paris trägt gelb. – Alle Rechte vorbehalten: ABACAPRESS / Imago
Hunderttausende junge Menschen rufen in Europa zu Massenprotesten auf. Soziale Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Emanzipatorisch sind TikTok, Instagram und Co. trotzdem nicht. Aber immerhin sind sie wirksam genug, dass so manch einer sie abschalten möchte.

by Carla Siepmann at October 25, 2026 06:52 AM

October 24, 2026

CCC Dresden

Datenspuren 2027 Planung Auftakt

Datum
Mittwoch, 4. November 2026 um 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Ort
HQ, /proc, Zentralwerk, Riesaer Straße 32, 01127 Dresden

Wir möchten gemeinsam die Datenspuren 2027 planen. Dieser Termin dient als erster Anlaufpunkt und Kennenlerntreffen für alle Interessierten, die bei der Planung und Organisation bestimmter Aspekte der Datenspuren 2027 mithelfen möchten.

Interessierte brauchen keine Vorerfahrung in Event-Orga, wenn ihr denkt etwas beitragen zu können oder einfach nur interessiert seid dann kommt vorbei oder schaltet euch online zu!

Themen für dieses Treffen können hier im Pad im vornherhein hinterlegt werden.

by CCC Dresden (mail@c3d2.de) at October 24, 2026 10:15 PM

Metalab

Open Social Web Gathering (2026-11-12 18:00:00)

Open Social Web Gathering (2026-11-12 18:00:00)

October 24, 2026 06:00 PM

Netzpolitik.org

KW 43: Die Woche, in der das Internet geschlossen wurde

– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski
Die 43. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 12 neue Texte mit insgesamt 113.270 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.

by Martin Schwarzbeck at October 24, 2026 06:53 AM

October 23, 2026

Netzpolitik.org

KI-Boom: Wie die Bundesregierung die Regulierung von Rechenzentren aushöhlt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Nvidia-Chef Jensen Huang auf dem "Invest in Germany"-Gipfel in Berlin. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Der KI-Boom lässt den Strombedarf von Rechenzentren rasant ansteigen. Doch statt den Energieverbrauch zu begrenzen und Abwärme zu nutzen, will die Bundesregierung Energieeffizienzvorgaben aufweichen. Sie gibt damit den Interessen der großen Tech-Giganten nach.

by Gastbeitrag at October 23, 2026 02:28 PM

Beschwerde erfolgreich: Politisches Microtargeting von vier Parteien war rechtswidrig

Ein Pfeil steckt im Ziel einer DartscheibeVier Parteien spielten gezielte Wahlwerbung für bestimmte Nutzergruppen aus (Symbolbild) – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Silvan Arnet
Nicht alle bekamen dieselbe Wahlwerbung zu sehen: Mindestens vier Parteien spielten im Bundestagswahlkampf 2021 auf Facebook gezielt Werbung für bestimmte Personengruppen aus. Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat diese Praxis nun als rechtswidrig eingestuft.

by Carla Rochel at October 23, 2026 12:45 PM

PHP-Sicherheitslücken: Wir stehen auf den Schultern vieler kleiner Giganten

Zwei ElefantenWir stehen auf den Schultern vieler kleiner Giganten. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Chris Curry
Auch wenn „das Internet“ nach der Aufregung der vergangenen Tage vielerorts wieder stabil läuft, ist es kaputt. Und das hat viel mit dem schiefen sozialen Gefüge der digitalen Welt zu tun.

by Bianca Kastl at October 23, 2026 10:21 AM

Koalitionsverhandlungen in Berlin: Rot-Rot-Grün muss KI-Kameras stoppen

Eine Kamera mit einem roten Kreuz darüber.Muss da dringend wieder weg: Videoüberwachung am Kottbusser Tor in Berlin. – CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org
Wie geht es weiter mit den KI-Kameras in Berlin? Das haben Verhandler*innen von Linken, Grünen und SPD nun zu klären. Wenn ihnen die Stadt wichtig ist, gibt es nur eine Option: den kompletten Rückbau der „intelligenten“ Videoüberwachung. Ein Kommentar.

by Martin Schwarzbeck at October 23, 2026 07:21 AM

October 22, 2026

Netzpolitik.org

EU-Länder einig beim Daten-Omnibus: Mehr KI-Training, weniger Datenschutz

Eine Grafik mit vielen reisenden Menschen und Daten.Der EU-Rat will die Nutzung von Daten in den meisten Fällen einfacher machen – oft zulasten des Datenschutzes. – Alle Rechte vorbehalten: Ikon Images
Geschäftsgeheimnisse schützen, Datenschutz schwächen, personenbezogene Daten für KI-Training freigeben: Am gestrigen Mittwoch haben sich die EU-Länder auf ihre Position zum Daten-Omnibus verständigt. Sie wird für Diskussionen sorgen.

by Tomas Rudl at October 22, 2026 05:21 PM

Geheimdienstreform: Opposition kritisiert ungeregelte Überwachung mit Werbedaten

Die Glaskuppel des Bundestages in der AbenddämmerungDer Bundestag berät momentan einen Ausbau der Geheimdienste – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Christian Lue
BND und Bundesverfassungsschutz sollen umfangreiche neue Gesetze bekommen, aber ein Bereich fehlt: Dürfen die Geheimdienste mit illegalen Daten aus der Werbeindustrie überwachen? Opposition und Fachleute kritisieren diese Regelungslücke vehement, aber die Regierung schaltet auf stur.

by Ingo Dachwitz at October 22, 2026 10:21 AM

digitalcourage

Baden-Württemberg: Kettensäge gegen Datenschutz

Baden-Württemberg: Kettensäge gegen Datenschutz
Fast 40 % Stellenabbau
A Melanie Lübbert

Wer in Baden-Württemberg wissen will, ob ein Unternehmen oder eine Behörde rechtmäßig mit personenbezogenen Daten umgeht, kann sich an den Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Tobias Keber, wenden. Doch ausgerechnet seine Behörde soll massiv Personal verlieren.

Der Entwurf des Staatshaushaltsgesetzes 2027 sieht vor, bis zum Ende der Legislaturperiode (2029) 40 Prozent der Stellen abzubauen. Von derzeit 67,5 Stellen sollen 27 wegfallen. Übrig blieben gerade einmal 42 Planstellen. Für 2027 sind zunächst 5,5 Stellen zur Streichung vorgesehen; weitere Kürzungen sollen 2028 und 2029 folgen.

Eine inhaltliche Begründung für diesen drastischen Einschnitt liefert die grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir nicht. Auffällig ist zudem: Während für die übrige zentrale Verwaltung fünf Prozent Stellenabbau vorgesehen sind, soll die Datenschutzaufsicht 40 Prozent einsparen – eine achtmal so hohe Kürzungsquote.

Mehr Arbeit, weniger Personal

Der geplante Kahlschlag steht in krassem Widerspruch zur Entwicklung der vergangenen Jahre. Seit die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 2018 wirksam wurde, hat sich die Arbeitsbelastung der Datenschutzaufsicht erheblich erhöht. Die Zahl der Beschwerden und gemeldeten Datenpannen ist massiv gestiegen. Zugleich werden Datenverarbeitungen immer komplexer und stellen die Behörde vor neue Herausforderungen.

Quelle: Tätigkeitsberichte des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg. Auswertung: Redaktion Digitalcourage. [Grafik: padeluun, mit Hilfe von KI erstellt]

Die Zahlen verdeutlichen, wie stark sich die Aufgaben der Behörde verändert haben:

  • Beschwerden: Seit Einführung der DSGVO wenden sich deutlich mehr Menschen an die Datenschutzaufsicht. Neue Technologien und der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz schaffen zusätzliche Konfliktfelder. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Beschwerden mit 7.673 einen neuen Höchststand – ein Anstieg um rund 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Datenpannen: Mit der DSGVO wurden die Meldepflichten bei Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten erheblich ausgeweitet. Für die Aufsichtsbehörde entstand dadurch ein umfangreiches zusätzliches Aufgabenfeld. Die Zahl der Meldungen stieg deutlich an und erreichte 2025 mit 4.059 einen neuen Höchstwert.
  • Beratungen: Die Einführung der DSGVO löste zunächst einen enormen Beratungsbedarf aus. Durch standardisierte Leitfäden, Orientierungshilfen und Online-Angebote der Datenschutzkonferenz sowie eigene Praxishilfen und Veranstaltungen konnte die Behörde viele wiederkehrende Fragen beantworten. Auch das Bildungszentrum des Landesbeauftragten übernimmt einen wichtigen Teil der Beratung. Inzwischen entstehen neue Aufgaben, insbesondere durch Künstliche Intelligenz und europäische Regelungen wie den Europäischen Gesundheitsdatenraum. Unternehmen, Behörden und Bürger.innen sind weiterhin auf die fachliche Unterstützung der Datenschutzaufsicht angewiesen.
  • Kontrollen: Die anlassunabhängigen Vor-Ort-Prüfungen wurden nach 2018 aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten deutlich reduziert. Während der Corona-Pandemie waren zusätzliche Einschränkungen notwendig. Nach 2022 konnten die Kontrollen mit einer besseren Personalausstattung wieder intensiviert werden. Die geplanten Kürzungen drohen diese Entwicklung umzukehren.
  • Personalstellen: Seit Einführung der DSGVO verdoppelte der Landtag die Zahl der Personalstellen bis 2025 schrittweise auf den Höchststand von 67,5 Stellen. Zwischenzeitlich waren es mit befristet zugewiesenen Personalstellen 70,5 Stellen. Bis 2029 ist nun eine Reduzierung um rund 40 Prozent vorgesehen. Am Ende sollen nur noch 42 Planstellen verbleiben, während andere Landesbehörden fünf Prozent einsparen sollen.

  • Hinweis: In der linken primären Y-Achse finden sich aufsummiert die Ereignisse „Beschwerden, Datenpannen, Beratungen und Kontrollen“; in der rechten sekundären Y-Achse finden sich die Werte für Kontrollen und LfDI-Personalstellen.
  • Quelle: Tätigkeitsberichte des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg. Auswertung: Redaktion Digitalcourage. [Grafik: padeluun, mit Hilfe von KI erstellt]

Dabei benötigt die Behörde nicht weniger, sondern mehr Personal. Landesdatenschutzbeauftragter Tobias Keber hat dem Landtag in seiner Stellungnahme zum Haushaltsentwurf dargelegt, dass für eine ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung sieben zusätzliche Stellen erforderlich wären. Angesichts von 90 Prozent mehr Beschwerden gegenüber 2024 warnt er davor, mit den geplanten Kürzungen „die Kettensäge am Beschwerderecht der DS-GVO anzusetzen“.

Der Haushaltsentwurf liegt nun beim Landtag.

Die DSGVO verpflichtet die Aufsichtsbehörden, Beschwerden angemessen zu untersuchen und Betroffene innerhalb einer angemessenen Frist über den Fortgang und das Ergebnis zu informieren. Doch wie soll eine Behörde dieser Verpflichtung nachkommen, wenn die Zahl der Beschwerden steigt und gleichzeitig 40 Prozent ihrer Stellen wegfallen sollen?

Die DSGVO und die europäische Datenschutzrichtlinie für den Bereich Polizei und Justiz verpflichten die Mitgliedstaaten ausdrücklich, ihre Aufsichtsbehörden mit ausreichenden personellen, technischen und finanziellen Mitteln auszustatten. Ob der geplante Stellenabbau mit diesen Vorgaben vereinbar ist, ist daher auch eine europarechtliche Frage.

Der Bund soll es richten – tut es aber nicht

Eine Entlastung der Landesdatenschutzaufsicht wäre denkbar, wenn bestimmte Aufgaben künftig vom Bund übernommen würden. Tatsächlich sieht der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung eine Neuordnung vor: Zuständigkeiten und Kompetenzen der Datenschutzaufsicht sollen stärker bei der Bundesdatenschutzbeauftragten gebündelt werden.

Dahinter steht unter anderem die Sorge, dass unterschiedliche Auslegungen des Datenschutzrechts durch die Landesbehörden zu Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen führen könnten.

Allerdings gibt es bereits ein Gremium, das genau solche Unterschiede verringern soll: die Datenschutzkonferenz (DSK). In ihr stimmen sich die Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder ab, erarbeiten gemeinsame Positionen und veröffentlichen Orientierungshilfen. Ihr Ziel ist eine möglichst einheitliche Anwendung des Datenschutzrechts in Deutschland.

Bislang ist von der angekündigten Neuordnung jedoch nichts Konkretes zu sehen. Die Bundesregierung hat noch keinen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Verlagerung von Zuständigkeiten auf den Bund regelt. Wann und in welchem Umfang die Landesbehörden tatsächlich entlastet würden, ist völlig offen.

Baden-Württemberg will die Stellen trotzdem schon jetzt streichen. Die Aufgaben bleiben – das Personal soll gehen.

Recht auf informationelle Selbstbestimmung wird abgewürgt

Sollte die grün-schwarze Landesregierung ihre Kürzungspläne durchsetzen, hätte das gravierende Folgen für den Datenschutz in Baden-Württemberg. Weniger Personal bedeutet weniger Kapazitäten für Kontrollen, Beratungen und die Bearbeitung von Beschwerden. Datenschutzverstöße könnten länger unentdeckt bleiben oder erst mit erheblicher Verzögerung verfolgt werden.

Die Leidtragenden wären vor allem die Menschen, deren Beschwerden unbearbeitet liegen bleiben. Wer seine Rechte durchsetzen will, müsste dann womöglich häufiger selbst vor Gericht ziehen. Statt den Datenschutz wirksam zu gewährleisten, würde das Land die Verantwortung zunehmend auf die Betroffenen abwälzen.

Die Streichpläne sind unverantwortlich. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte sind ein hohes Gut; angesichts der technischen Entwicklungen und der Wildwest-Mentalität einiger Firmen ("einfach machen!") sind unsere Rechte zunehmend in Gefahr. Eine Aufsichtsbehörde muss arbeitsfähig sein, um gegen Datenschutzverstöße vorzugehen. Ist sie das nicht, wird das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger abgewürgt. Und das ist ganz sicher nicht das, was Baden-Württemberg zukunftsfähig macht. Die Landesregierung muss ihre Streichpläne zurückziehen.

Anmerkungen und weiterführende Links

Aufmacherbild
Bild
Eine Kettensäge. AUf dem Sägeblatt steht Baden-Württemberg. Unten drunter vertreut die Buschstaben D-A-T-E-N-S-C-H-U-T-Z.

by A Melanie Lübbert at October 22, 2026 09:00 AM

Netzpolitik.org

Interview: „Lasst Euch nicht mit dem ersten Datensatz abspeisen!“

Zwei Menschen stehen auf einer großen Vortragsbühne, auf der Slide hinter ihnen steht "Time to start our live demo"Gregor Ziegltrum (links) und Dennis Schulz (rechts) präsentieren ihre Ergebnisse.
Welche Daten haben Unternehmen über uns gespeichert? Dank Datenschutzgrundverordnung müssen Unternehmen die eigenen Daten auf Anfrage herausgeben. Zwei Softwareentwickler haben das genutzt, um mit hunderten Anfragen ihr digitales Leben zu rekonstruieren.

by Leonhard Pitz at October 22, 2026 06:55 AM

October 21, 2026

Metalab

Splatfest at MetaInvasion (2026-10-31 16:00:00)

Splatfest at MetaInvasion (2026-10-31 16:00:00)

October 21, 2026 10:00 PM

CCC Media

A Year (and a half) of Continuwuity (matrix-conf-2026)

In April 2025, a new homeserver burst onto the scene. Soon enough, hundreds of servers were running this mysterious new software - and the momentum didn't drop. Today, more than one and a half thousand servers on the public federation run [Continuwuity](https://continuwuity.org/). That leads to some questions. Where did it come from? What happened? Where is it going? Well, We've got anwers for all of that. Right here. Exclusively. This is a breakdown from the team behind the ~~mystery~~ well-regarded open source project, going over all of that and more. You know you're interested. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ about this event: https://cfp.2026.matrix.org/matrix-conference-2026/talk/9KHRGR/

Video:matrix-conf-2026-99063-eng-A_Year_and_a_half_of_Continuwuity_sd.mp4

October 21, 2026 10:00 PM

How Encryption works in Matrix (matrix-conf-2026)

Intended for people who don't know much about encryption or Matrix, this session will give an overview of how your messages are kept safe, using end-to-end encryption. We'll very briefly review what we are trying to do: be sure who we're talking to, and be sure no-one else can read our messages. Then we'll discuss how Matrix does this: devices talk to each other with something called Olm, and messages in rooms use Megolm. By the end of this session you should be confident talking about how Matrix keeps your data safe, and you should know enough that you are able to dig deeper when you need to. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ about this event: https://cfp.2026.matrix.org/matrix-conference-2026/talk/DDYYQW/

Video:matrix-conf-2026-98869-eng-How_Encryption_works_in_Matrix_sd.mp4

October 21, 2026 10:00 PM

Preserving Integration, Rebuilding the Core: Matrix for Healthcare Communication (matrix-conf-2026)

The hardest part of modernizing healthcare communication is not building a new platform. It is preserving decades of existing integrations while enabling an entirely new communication model. Germany's healthcare sector currently relies on two communication systems with very different characteristics. KIM is the widely adopted communication backbone of the healthcare system. It enables critical workflows such as electronic certificates of incapacity for work and is deeply integrated into healthcare information systems. However, its architecture is based on traditional email technologies and on infrastructure that will have to evolve significantly in the coming years. The TI-Messenger, based on Matrix, provides a modern communication architecture that already aligns with many design principles of Germany's future health infrastructure. It enables secure communication between healthcare professionals and also includes insured persons as participants in the communication ecosystem. Nevertheless, adoption has not yet reached the level required to achieve strong network effects. Instead of operating two independent communication ecosystems, we are pursuing a convergence strategy: a unified communication platform that preserves existing integrations and workflows while modernizing the backend infrastructure and enabling interoperability across user groups. This talk presents the architectural challenges, migration strategy and interoperability concepts for transforming a nationwide, mission critical healthcare communication ecosystem towards a Matrix based future. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ about this event: https://cfp.2026.matrix.org/matrix-conference-2026/talk/HVRHVW/

Video:matrix-conf-2026-98326-eng-Preserving_Integration_Rebuilding_the_Core_Matrix_for_Healthcare_Communication_sd.mp4

October 21, 2026 10:00 PM

Homeserver Decentralisation Working Group Report (matrix-conf-2026)

Matrix was created with the idea of federation at the core, but nowadays there is matrix.org which contains a majority of the users of the wider matrix network, nullifying the benefits of it. This has since also started generating significant cost for The Matrix Foundation and lead to shutdown of some previously offered bridges. The Homeserver Decentralisation Working Group aims to improve the situation. One of the co-chairs of the Homeserver Decentralisation Working Group go on a little journey through the history of the WG, how it formed, what challenges it tries to master and what lies ahead. After a little introduction, you'll hear - about the events that lead to the creation of the Working Group, - how the initial members met, - what problems The Matrix Foundation was already facing, - what goals we have, - what challenges lie ahead of us, - our produced documents, governance proposals, tooling and general milestones achieved - offering a look into the future, on what we aim to do in the near future and what we hope the far future will look like. This talk is intended for Matrix contributors, homeserver administrators, community organizers, client developers and anyone interested in the governance and long-term sustainability of the Matrix ecosystem but also bigger organizations, that want to learn about the real benefits of federation and consider opening up their instance. _In case you don't know about the Working Group, you can find all our information [here](https://github.com/cleverer/matrix-wg-promote-alternative-homeservers) or ask in our [matrix room](https://matrix.to/#/%23homeserver-decentralisation:matrix.org)._ Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ about this event: https://cfp.2026.matrix.org/matrix-conference-2026/talk/HKSYET/

Video:matrix-conf-2026-98015-eng-Homeserver_Decentralisation_Working_Group_Report_sd.mp4

October 21, 2026 10:00 PM

When to Change the Locks in Your Matrix (matrix-conf-2026)

When you operate communication infrastructure for one of Europe's largest defense organizations, "good enough" is never good enough. At BWI, we do not just run Matrix. We trust in the idea behind it: that secure, open communication should be a public good. When we introduced Matrix into the Bundeswehr, we made a deliberate decision: everything, always, end-to-end encrypted. No exceptions, no fallbacks. That single switch revealed the hard problems. Olm and Megolm, built on the Signal Protocol, are the gold standard of modern encryption, but they were not designed for large rooms with thousands of participants at government scale. Those cracks are what brought us to MLS, the IETF standard built for exactly those harder problems: scalable group key management, stronger forward secrecy, post-compromise security. MLS does not just change how keys are managed. It changes how little the server needs to know. And that is not a side effect. It is a design goal. The less the server knows, the less it can leak, and required by VS-AP0024, the BSI guidance we operate under. That settled the what. Rust settles the how. Not as a language choice, but as the foundation that makes formal verification of the functional core possible, and memory safety everywhere else a given. We wrote MSC2546 ourselves, defining how MLS integrates into the Matrix protocol at the spec level. Now we are ready to share what happened next. In this talk, Timm and David from BWI will show you what it takes to bring MLS into a real production stack: what changes in the SDK, what it means for backend modules, and how Rust becomes the common thread that holds it all together. Expect no polished success story. Expect honest engineering: what was built, where it broke, and what it cost. And at the end, the first thing they shipped with it. A new way to have a conversation that leaves no trace. Come find out when to change the locks. Join our journey. Licensed to the public under https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ about this event: https://cfp.2026.matrix.org/matrix-conference-2026/talk/8ZCYUQ/

Video:matrix-conf-2026-93688-eng-When_to_Change_the_Locks_in_Your_Matrix_sd.mp4

October 21, 2026 10:00 PM